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Erdbeben in Chile

Nur eine kleine Notiz für jetzt:

Das Unglück in Haiti ist gerade einmal einen guten Monat her (12. Januar 2010, Stärke 7,0, etwa 230 000 Todesopfer) und schon wieder erreicht uns die Nachricht eines Erdbebens  aus Chile (27.02.2010) Mit der Stärke von 8,8 ist es das stärkste Beben seit 50 Jahren.

Es fühlt sich genauso an, wie Anfang Januar: besorgte, weinende Gesichter, erschreckende Bilder von der Google Bildersuchen und die verzweifelten, aber zum jetzigen Zeitpunkt nahezu hoffnungslosen Versuche Kontakt mit den Familien aufzunehmen.

Zum Glück sind bei dem Erdbeben in Haiti keine direkten Familienmitglieder der Haitianer gestorben. Manche haben jedoch vom Tot von Freunden erfahren.

Bisher wurde von 122-150 Todesopfer in Chile gesprochen.

Erdbeben in Chile

Noch immer ist Haiti present. In den Nachrichten, nachdem man nach einem Monat einen Überlebenden  in den Trümmern gefunden hat oder weil der Kinderhandel immer schlimmer wird. Und in UWCCR da gestern die “Save or Shave”-Aktion geendet hat, die Martin (Norwegen) und ich unmittelbar nach dem Unglück begonnen haben.

Bei “Save or Shave” geht es logischerweise um die Haare. Es gibt zwei Boxen, eine mit der Aufschrift “Save”, eine andere mit der Aufschrift “Shave”. Je nach dem ob der Spender uns gerne rasiert oder weiterhin mit Haar sehen will, kann er in die entsprechende Box geben.

Es war bis zum Schluss ein spannendes Rennen, die regelmäßig veröffentlichten Prozentzahlen waren immer um 50%:50%. Als wir dann im Community Meeting (Wöchentliches Treffen aller Schüler, Lehrer und Angestellten) angekündigt haben, dass die Haare dran bleiben und der Unterschied bei etwa 10.000 Colones (etwa 20 USD) liegt, kam mein/der Mathelehrer ins Spiel und sorgte dafür, dass die Haare doch gehen mussten. Wir wurden vor der gesamten Schulgemeinschaft rasiert.

Außer Martin und mir hat noch die Bartlegende des Campuses mitgemacht und hat sich nach mehr als 20 Jahren das erste Mal wieder rasiert. Nicht einmal seine Frau hatte ihn zuvor ohne Bart gesehen.

Insgesamt konnten wir mit dieser Aktion um die 550 USD ausschließlich auf dem Campus sammeln, was uns sehr froh und auch etwas stolz stimmt. Niemals hätten wir gedacht, dass unser Haar soviel wert sein würde. Das Geld geht zu 100% zum SOS Kinderdorf Haiti.

Schon vorher hatte ich erwähnt, dass die gesamte Schule aufgeteilt in Gruppen (pro Gruppe etwa 10 bis 20 Schüler) auf Projektfahrten fährt. Während die meisten Gruppen Projekte innerhalb von Costa Rica gemacht haben, sind einige auch nach Panama, Nicaragua  oder El Salvador gefahren. Unabhängig vom Ort war es überall das Ziel eine Arbeit zu leisten, die in kleinem oder gr0ßem Rahmen der Gesellschaft zu gute kommt.

Meine Gruppe ist vorletzen Sonntagmorgen mit 10 Schülern und einem Lehrer mit dem Bus nach Panama aufgebrochen. Nach etwa 14 Stunden Reisezeit (mit langer Wartezeit an der Grenze und wunderschönen Ausblicken von der Straße) sind wir nachts in Santiago, Panama angekommen. Die erste Nacht haben wir in einem kleinen Hotel verbracht (mit Pool :-) !), sind aber am nächsten Morgen mit einem weiteren kleinen Bus in ein recht abgelegenes, sehr armes und indigenes Dorf gefahren.

Das Ziel unserer Reise war dieses Dorf, und besonders dessen Farm. Am Tag unserer Ankunft haben eine Einführung von der Organisation bekommen, die uns über die Woche betreut hat, um für die folgenden Tage produktiv arbeiten zu können. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hatten wir jeweils unterschiedliche Arbeiten auf der Farm, wie zum Beispiel das Bauen eines Zaunes oder das Ausgraben einer Fischfarm. Am Freitag hatten wir etwas Zeit uns Panama anzusehen. So haben u.a. wir einen wunderschönen Wasserfall besucht und später das größte Baseballspiel (Nationalsportart Panamas) der Saison gesehen.

Unsere Gruppe hat sich sehr gut verstanden, und es war eine tolle Erfahrung in diesem Dorf tatsächlich einen langfristigen Unterschied zu machen. Es ist einfacher über Frieden, Gerechtigkeit und Soziales Engagement zu sprechen und manchmal schwerer es umzusetzen. Diese Projektwoche dagegen war gefüllt mit Taten.

Leider wieder mal viel zu spät berichte ich von einem Ereignis, das schon vor zwei Wochen stattgefunden hat: eine Show von UWCCR-Schülern vorbereitet im hiesigen Einkaufszentrum. Es wurde hauptsächlich musiziert und getanzt, aber auch ein paar Sketche wurden aufgeführt.

Mit der Show wollten wir auf das Erdbeben in Haiti aufmerksam machen . Diejenigen, die nicht in der Show beteiligt waren sind mit sehr vielen Sammelboxen herumgelaufen und haben Spenden gesammelt. Diese Show war weit erfolgreicher als erhofft, sodass UWCCR eine gute Spende zum SOS-Kinderdorf Haiti machen konnte. Wir haben uns entschieden für das SOS-Kinderdorf zu spenden, da, wie manche vielleicht wissen UWCCR noch vor einigen Jahren ein SOS-College war (mehr dazu hier) und wir  daher genau wissen wofür das Geld eingesetzt wird.

Climbing CAS!

Neues Semester – neue CASes (mehr über das CAS-Programm hier und hier.). Nur zehn Schüler haben pro Semester die Möglichkeit demumrungenen Climbing-CAS beizutreten. Nach dem ich während des ersten Semsters dem Schulfußballteam beigetreten bin, kann ich jetzt einmal in der Woche im nahegelgenen Kanyon zu klettern. Trotzdem kann ich an den Wochenende noch bei den Fußballspielen mitspielen.

Special Olympics


Wie im letzten Jahr werde ich auch dieses Semster weitermachen mit dem CAS   “Special Olympics”. Der Sinn dieses Programmes liegt darin, mit Behinderten aus der Region in erster Linie Sport zu machen. Eigentlich ist aber für die meisten unserer Athleten schon die reine Zuneigung viel wert.

Wir sind etwa 20 Schüler, die in zwei Gruppen, montags und freitags mit 5-8 Behinderten für etwa anderthalb Stunden Sport machen. Das ist ein schöner Herauskommen aus dem Schulalltag und rückt die Dinge manchmal wieder in Relation, wenn man sich gerade wieder stresst, wegen beispielsweise eines Vokabeltests. Wenn man dann sieht, mit welchen existenziellen Problemen unzählige andere auf der Welt zu kämpfen haben, bemerkt man, auf welch hohem Niveau man sich manchmal beklagt.

Gestern habe ich neue Bilder von der ersten Januarwoche hochgeladen. Es sind Bilder aus Santa Ana, der Stadt in dem sich das College befindet, Impressionen vom UWCCR Campus und meinem Zimmer. Wie immer hier zu finden.

Jedes Mal wenn ich feststelle, dass wir uns im Januar befinden, kann ich es kaum glauben -> es fühlt sich hier wie Hochsommer an. Nun ja, klagen kann ich darüber nicht :) .

Bis bald!

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